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Hernien

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Hernien: Diagnose

Bereiche:

Hernien

Definition
Ausstülpung von Eingeweiden durch eine angeborene oder erworbene Bruchpforte in einem peritonealen Bruchsack. Man unterscheidet Bruchpforte (vorhandene oder erworbene Lücke der Bauchwand), Bruchsack (bei der echten Hernie Peritoneum parietale) und Bruchinhalt (Magen, Netz, Dünndarm usw.)

Leistenhernien

Rezidivierende oder dauernde Vorwölbung in der Leistenregion, ev. durch Husten oder Pressen provozierbar. Eine beginnende Leistenhernie diagnostiziert man, indem man den Finger in den Leistenkanal legt und beim Husten den Anprall des Peritoneums fühlt. Bereits dann besteht die Indikation zur Operation. 85% aller Bauchwandbrüche, beim Mann häufiger als bei der Frau. Entweder angeboren oder erworben (bei chronischer Erhöhung des intraabdominellen Druckes).

Indirekter lateraler Leistenbruch

  • liegt lateral der epigastrischen Gefäße
  • Bruchsack im Verlauf der Samenstranggebilde
  • Bruchpforte ist der innere Leistenring
Direkter medialer Leistenbruch
  • liegt medial der epigastrischen Gefäße
  • Angulus inguinalis medialis
  • Bruchpforte ist die mediale Leistengrube

Schenkelhernie

Bei der Frau dreimal häufiger als beim Mann. Immer erworben. Bruchpforte ist die Lacuna vasorum. Bruchsack liegt - im Gegensatz zu Leistenhernien - unterhalb des Leistenbandes.

 

Komplikationen

 

  • durch venöse Stauung innerhalb des Bruchsacks Bruchwasserbildung
  • durch Entzündung Vernarbung und Verwachsung von Eingeweiden und Bruchsack
  • Hodenatrophie durch Druck
  • Miktionsstörung bei Hernia permagna
  • Einklemmung (Inkarzeration) führt zu Ileus, Nekrose des eingeklemmten Teiles, Peritonitis und Bruchsackabszess

Hiatushernien

Definition
Häufigste Form der Zwerchfellhernien. Dauernde oder intermittierende Verlagerung eines mehr oder weniger großen Magenabschnittes durch die ösophageale Zwerchfellöffnung in die Brusthöhle (angeboren oder erworben).

 

Einteilung

 

axiale Hiatushernie hinaufgleiten der Kardia mit proximalen Magenanteilen in axialer (Längs-)Richtung
paraösophageale Hiatushernie Bruchsack zwischen Ösophagus und Hiatusumrandung, Kardia an normaler Stelle, normale Sphinkterfunktion, ev. Schluckbeschwerden
Brachyösophagus axiale Hernie mit Verkürzung der Speiseröhre als Folge andauernden gastro-ösophagealen Refluxes
Thoraxmagen Großteil des Magens im Brustkorb (upside down stomach), große Kurvatur nach oben gerichtet
Mischformen häufig Kombination aus axialer und paraösophagealer Hiatushernie

 

Begünstigende Faktoren

 

  • Alter
  • Bindegewebsschwäche
  • Adipositas

Symptome

 

Viele Hiatushernien sind klinisch stumm, auch wenn sie röntgenologisch oder endoskopisch nachweisbar sind. Bei Sphinkterinkontinenz Zeichen des Refluxes (Ösophaguserkrankungen)

Diagnostik

 

  • Ösophago-Gastro-Duodenoskopie (ÖGD)
  • Ösophagus/Magenröntgen
  • Sphinkterdruckmessung
  • 24 Stunden-pH-Metrie

 

Operative Therapie großer Hiatushernien

 

Angezeigt bei Symptomen, die durch Verdrängung von Herz und/oder Lunge bedingt sind. Zugang laparoskopisch über fünf kleine Inzisionen in der Bauchwand. Der Magen wird wieder in den Bauchraum verlagert und der Bruchsack wird reseziert. Bei einem Durchmesser der Bruchlücke (= Hiatus) von = 3 cm wird bei der Einengung derselben ein Kunststoffnetz mittels Inlay- oder Onlay-Technik verwendet. Als Refluxprophylaxe wird zusätzlich eine Fundoplicatio angelegt.

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